„Fridays for Future-Demo: Klima? Aussichtsloser als meine Abi“

 

Die Anliegen der jungen Menschen entsprechen der Verantwortung, die sich aus dem vorhandenen Wissen über die Entstehung, die Bekämpfung und die notwendige Anpassung an den Klimawandel sowie aus Artikel 20a des Grundgesetzes ergibt. Die Proteste sind im Gegensatz zu dem unzureichenden Klimaschutz der Ratsmehrheit aus CDU und FDP und des Bürgermeisters Marré wissenschaftlich uneingeschränkt fundiert.

Alle Experten für Klimawandel und dessen ökologische und wirtschaftliche Folgen sind sich einig: Wir wissen schon lange mehr als genug, um endlich konsequent und erfolgreich dem weiteren Klimawandel entgegenzuwirken. Im Februar 2019 unterstützten 26800 Wissenschaftler mit ihren Unterschriften diejenigen jungen Menschen, die unter dem Namen Fridays For Future jeden Freitag für den Klimaschutz protestieren. Die Scientists For Future, wie sich die Wissenschaftlergemeinschaft in Anlehnung an die Protestbewegung der Jugend nennt, stellt fest: Die Forderungen der Jugendlichen sind berechtigt und durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse vollkommen begründet, die Passivität der Politik hingegen nicht. Ihre Stellungnahme veröffentlichen die Wissenschaftler im Februar 2019 in der Zeitschrift GAiA unter der Rubrik NACHHALTIGKEIT IN KOMMUNEN. Sie richtet sich also ausdrücklich an die Kommunalpolitik: „Die jungen Menschen fordern zu Recht, dass sich unsere Gesellschaft ohne weiteres Zögern auf Nachhaltigkeit ausrichtet. Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel ist ihre Zukunft in Gefahr. Dieser Wandel bedeutet unter anderem: Wir führen mit neuem Mut und mit der notwendigen Geschwindigkeit erneuerbare Energiequellen ein. Wir setzen Energiesparmaßnahmen konsequent um. Und wir verändern unsere Ernährungs-, Mobilitäts- und Konsummuster grundlegend. Vor allem die Politik steht in der Verantwortung, zeitnah die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Doch CDU, FDP und Verwaltung spielen beim Klimaschutz weiter auf Zeit: Sie nehmen das Klimaschutzkonzept der Stadt Diepholz nur zur Kenntnis. In der Ratssitzung am 13.06.2019 schlugen Sie eine Expertenkommission zum Klimaschutz in Diepholz vor. Ratsherr Gerd Albers (CDU) provozierte bewusst, wie er zweimal betonte, die anwesenden Repräsentanten der Jugendbewegung Fridays For Future mit dem Vorwurf, sie protestierten freitags und schmissen anderen Tags Dreck in die Landschaft. Und Bürgermeister Florian Marré machte klar, dass er selbst das nach Maßstäben der Scientists For Future fachlich unzureichende Klimaschutzkonzept der Stadt Diepholz in Teilen ablehne und diese auch nicht umsetzen werde. Meine zweimalige Aufforderung an Herrn Marré, doch bitte zu erläutern, welche Teile des Klimaschutzkonzeptes er ablehne und welche Sachargumente ihn dazu bringen, ließ Marré mit der Bemerkung ins Leere laufen, dass er sich nicht kontrollieren lasse. Das ist eine völlig inakzeptable Amts- und Demokratieauffassung. Ist Herr Marré einer der Experten, dem CDU und FDP den Klimaschutz in Diepholz anvertrauen wollen?

Prof. Dr. Winfried Schröder                                                                        

Unterzeichner ScientistsForFuture   

 

 


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