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5. Januar 2013: Moorschutz Thema in Hannover

Moorschutz als Wahlprüfstein? Darüber wurde am 12. Dezember in Hannover diskutiert. SPD-Ratsherr Prof. Dr. Winfried Schröder besuchte die Veranstaltung. Die SPD Diepholz sieht in einem Biosphärenreservat Diepholzer Moorniederung ein wichtiges Zukunftsprojekt.

„Wer Moore schützt, schützt gleichzeitig Tiere und Pflanzen sowie den Landschaftswasserhaushalt, und zwar sehr preiswert“, fasst Prof. Schröder zwei Vorträge zusammen, die seine Kollegen Flessa und Succow in Hannover hielten. Demnach sei Niedersachsen beim Moorschutz stark im Verzug. Deshalb bestehe die Herausforderung für Politik und Gesellschaft jetzt in der Entwicklung nachhaltiger, räumlich differenzierter Struktur- und Nutzungskonzepte, die unter Einbeziehung relevanter Akteure entwickelt werden sollten. „Paludikultur ist hier ein Stichwort“, berichtet Prof. Schröder und erklärt: “Es stammt vom lateinischen Wort für Morast, Sumpf und bezeichnet Kulturen, die in Mooren angebaut werden können.“
In der Podiumsdiskussion nach den beiden Vorträgen kündigten die Vertreter von Grünen und SPD, Stephan Wenzel und Detlef Tanke an, dem Thema Moorschutz in der nächsten Legislaturperiode einen hohen Stellenwert in der Landespolitik einzuräumen. Dabei setzen SPD und Grüne auch auf gesellschaftliche Beteiligungsverfahren bei der nachhaltigen Entwicklung in einem Moor-Biosphärenreservat. „Das liegt ganz auf der Linie der Diepholzer Sozialdemokraten. Moorschutz in Niedersachsen kann weder durch ein Weiter So noch alleine durch Verschärfung rechtlicher Vorschriften für die Landwirtschaft erreicht werden. Denn bspw. gibt es langjährig bestandskräftige Abtorfungsrechte. Hinzu kommt, dass das Geschehen auf den landwirtschaftlichen Flächen wesentlich durch das Verbraucherverhalten bestimmt wird. Dies umfassend zu berücksichtigen, ist Ziel nachhaltiger Entwicklung, die Moore, Biodiversität und Klima schützt und der Landwirtschaft ein angemessenes Einkommen ermöglicht“, zieht Prof. Schröder sein Fazit aus der Veranstaltung in Hannover. „Es wird jetzt spannend zu beobachten, ob und wie sich Politik und Gesellschaft in und mit den Moor-Regionen Niedersachsens um nachhaltige Nutzung und nachhaltigen Konsum bemühen – möglicherweise im Wettbewerb um finanzielle Unterstützung dafür. Die derzeit 15 Biosphärenreservate sollen um 5 bis 10 naturräumlich repräsentative Regionen ergänzt werden. Darunter soll eine Moorlandschaft sein – vielleicht die Diepholzer Moorniederung?“, ergänzte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ingo Estermann mit Blick auf die Diepholzer Moorniederung.

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